Natur und Artenschutz

Naturschutz auf dem Fliegerhorst

Durch die besonderen Standortbedingungen – die Unzugänglichkeit und keine landwirtschaftliche Nutzung – entwickelten sich besonders wertvolle und sensible Biotope.

Mit den vorhandenen Naturräumen wird weiterhin respektvoll umgegangen. Bereits geschützte Flächen und Landschaftsteile werden beachtet und gegebenenfalls sinnvoll ergänzt.

Ziel: Die Entwicklung einer nachhaltigen Landschaft und einer quartiernahen Naturerfahrung.

Eine weitere Besonderheit des Geländes ist seine reichhaltige und selten gewordene Pflanzenwelt:

• Große, zusammenhängende Baumflächen, geprägt von naturfernen Kiefern-, Fichten- und Edellaubholz-Beständen aus Esche, Eiche, Hainbuche und Ahorn.

• Weitere ca. 400 Baumgruppen auf dem Areal. Vor allem Ahorn, aber auch Eichen und Kiefern bestimmen das Landschaftsbild außerhalb des Waldes.

• Der östliche Naturraum des Wettbewerbsbereichs ist geprägt von Extensivwiesen und Kalkmagerrasen.

Naturschutz auf dem Fliegerhorst

Artenschutz auf dem Fliegerhorst

Das Fliegerhorst-Gelände ist Heimat unterschiedlicher – zum Teil streng geschützter – Tierarten. Der Fortbestand der vorhandenen Tierpopulationen ist vor allem abhängig vom Erhalt des zusammenhängenden Waldgebiets im Westen des Geländes.

Auch die kleineren Waldstrukturen, die über das Gelände verteilt liegen, spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Berücksichtigung der aufgefundenen Tierarten wird ebenfalls Teil der Aufgabenstellung in der Auslobung sein.

Die Zauneidechse zählt in Mitteleuropa mit ihren bis zu 25 cm Körperlänge zu den größten Eidechsenarten und ist in Teilen Deutschlands geschützt. Sie bevorzugt waldnahe Gebiete und Offenlandbereiche, ist jedoch durch die zunehmende Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume auch nahe menschlicher Kulturräume anzutreffen. Das tagaktive Reptil benötigt neben ausreichend Versteckmöglichkeiten auch gut besonnte Plätze.
Obwohl die Schlingnatter in Deutschland und Europa in Teilen noch gut verbreitet ist, wird sie aufgrund des Lebensraumverlusts auf der „Roten Liste“ als gefährdet eingestuft und daher streng geschützt. Sie ist mit 60 bis 70 cm Länge die kleinste heimische Schlangenart. Die wärmeliebende Schlingnatter bevorzugt strukturreiche Lebensräume, in denen sich offene und niedrigbewachsene Standorte abwechseln, etwa lichte Laubwälder, Trocken- und Magerrasen.
Es ist leider nicht vollständig klar, welche der 25 in Bayern heimischen Fledermausarten vor Ort vorkommt. Der nach- gewiesene Lebensschwerpunkt dieser Fledermaus- population liegt aber klar im westlichen Waldgebiet. Fledermäuse benötigen grundsätzlich ein breites Angebot an Altbaum- und Totholz. Ihr Jagdgebiet sind vor allem die Waldrandlagen und die nördlichen Wiesenflächen.
War der Laubfrosch früher in jedem Dorfteich zu finden, zählt er derzeit zu den Amphibienarten mit bayernweit be- sonders massiven Bestandseinbrüchen und ist daher stark gefährdet. Die nur 3 bis 5 cm große Amphibie nutzt als Sommer-Habitat u. a. lichte Auwälder, feuchte Wiesen, Weiden, Hecken und Waldsäume. Unter den heimischen Arten ist der Laubfrosch die einzige Art, die sehr gut klettert. Er versteckt sich gerne in Büschen und auf Bäumen und ist im namensgebenden Laub hervorragend getarnt.
Der Große Brachvogel war
bis weit ins 20. Jahrhundert in Deutschland weit verbreitet, doch benötigt er als Wiesenbrüter große, feuchte und offene Grünlandgebiete, die inzwischen äußerst selten geworden sind. Dass der Vogel mit seinen langen Beinen und seinem gebogenen Schnabel beim Balzen beobachtet wurde und daher sogar für Nachwuchs am Fliegerhorst sorgt, ist eine erfreuliche Entwicklung. Der Brachvogel ist bedroht. In Bayern gibt es nur noch ca. 500 Tiere.
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