Rahmenplanung zur städtebaulichen Entwicklung am östlichen Ortseingang von Aich
Auf Basis städtischer Beschlüsse sowie des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) ist eine städtebauliche Entwicklung des östlichen Ortseingangs von Aich vorgesehen.
Die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck konnte ein Grundstück nordöstlich der Ecke Brucker Straße / Pucher Weg erwerben. Ursprünglich sollte im Rahmen der Abarbeitung der Prioritätenliste das städtische Areal am östlichen Rand von Aich an der Brucker Straße / Pucher Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplans zu Wohnzwecken vorbereitet werden.
Im weiteren Verlauf wurde beschlossen, auf der städtischen Fläche am Ortsrand auch einen Neubau des Kindergartens in Aich zu realisieren. Zusätzlich ging eine Anfrage der Stiftung Kinderhilfe Fürstenfeldbruck ein, den Kindergarten gemeinsam mit einer heilpädagogischen Kindertagesstätte der Stiftung umzusetzen.
Parallel dazu erhielt die Stadtverwaltung Kenntnis über Entwicklungsabsichten für das unmittelbar südlich gelegene Grundstück der ehemaligen Glaswerke Arnold. Dessen zwischenzeitliche Nutzung könnte gegebenenfalls im Konflikt mit den geplanten Nutzungen nördlich der Brucker Straße stehen.
Deshalb wurde im November 2022 ein Aufstellungsbeschluss für eine Bauleitplanung gefasst, die Teile des städtischen Grundstücks nördlich der Brucker Straße sowie das Areal der Glaswerke südlich davon umfasst. Im Rahmen dieses Beschlusses wurde die Verwaltung beauftragt, unter Beteiligung der Bürgerinitiative sowie der Bürgerinnen und Bürger von Aich die nächsten Planungsschritte vorzubereiten.
Daher wurde die Erarbeitung einer vorgeschalteten Rahmenplanung beauftragt. Unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung soll im Rahmen der derzeit laufenden Bürgerbeteiligung die grundlegende städtebauliche Struktur sowie die Verteilung der Nutzungen erarbeitet werden. Anschließend wird die Bauleitplanung auf Grundlage der Rahmenplanung fortgeführt.
Bürgerinformations-Veranstaltung am 20. Mai 2026 im Bürgerhaus Aich
Am 20. Mai fand in Aich eine Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Bebauung zweier Grundstücke an der Brucker Straße statt. Das Thema stieß auf große Resonanz: Rund 95 Interessierte folgten der Einladung der Stadt in das Gemeindehaus.
Zum einen geht es um ein etwa 7.000 Quadratmeter großes Grundstück der Stadt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das etwa 10.000 Quadratmeter umfassende ehemalige Betriebsgelände der Glaswerke Arnold, dessen ursprüngliche Nutzung vor drei Jahren aufgegeben wurde und seither von einem Recyclingbetrieb genutzt wird.
Planerin Sigrid Hintersteininger stellte zwei Varianten für eine städtebauliche Rahmenplanung vor, Landschaftsplanerin Marion Linke erläuterte freiraumplanerische Aspekte.
Ziele und Leitideen
Die Planung verfolgt drei zentrale Ziele: Der Ortseingang soll aufgewertet und mit der Ortsmitte verbunden werden. Gleichzeitig sollen die soziale Infrastruktur gestärkt und der Charakter der ortsüblichen Bebauung – insbesondere die Struktur der Einfirsthöfe – erhalten bleiben. Die Neu-Versiegelung soll so gering wie möglich gehalten werden.
Beide Varianten sehen auf dem städtischen Grundstück eine heilpädagogische Kindertageseinrichtung der Stiftung Kinderhilfe, einen neuen städtischen Kindergarten mit einer Kindergartengruppe, einen Bürgerraum sowie einen öffentlichen Spielplatz vor. Sie unterscheiden sich vor allem in der Anordnung der Nutzungen: Variante 1 platziert die zwölf Wohneinheiten und das Parken zur Dorfmitte hin, die Freiflächen der Kindertagesstätte bilden die Ortsrandeingrünung. Variante 2 ordnet das Wohnen am Ortsrand an, während Kindergarten, Bürgerraum und Spielplatz an die bestehende Bebauung anschließen.
Auf dem Grundstück Arnold ist in beiden Fällen reine Wohnbebauung mit circa 50 Wohnungen samt Parkplätzen vorgesehen. Die geplante Bauhöhe mit dem als Parkdeck genutzten Erdgeschoss, zwei Vollgeschossen und Flachdach bleibt insgesamt niedriger als die bestehende Gewerbehalle.
Stimmen aus der Bürgerschaft
In der Diskussion äußerten die Teilnehmenden zahlreiche Anliegen. Mehrfach genannt wurde der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum für Einheimische, Seniorenwohnungen und ein mögliches Einheimischen-Modell. Der Kindergarten solle allen Aicher Kindern offenstehen, eine Erweiterungsoption für eine Kinderkrippe wurde angeregt. Amtsleiter Michael Maurer verwies auf die demografische Studie, nach der der Bedarf an Kindergartenplätzen bis 2031 zurückgehen werde. Er wird die Berechnung aber überprüfen, sobald die Anzahl der Wohneinheiten feststeht.
Zur Bebauungsdichte wünschten sich mehrere Anwesende niedrigere Gebäude am Ortsrand sowie eine Doppelhaus- oder Reihenhausstruktur auf dem Arnold-Gelände. Die Bedenken, dass drei Geschosse am Ortsrand zu viel seien, nahm die Verwaltung als Prüfauftrag mit. Die vorgeschlagene Tiefgarage wurde als sehr kostenintensiv eingestuft – sie würde die Wohnungen erheblich verteuern.
Weitere Themen waren ausreichend Stellplätze, E-Ladesäulen, eine Ortsrand-Begrünung nach Norden sowie die öffentliche Nutzbarkeit des Bürgerraums durch Aicher Vereine. Der landwirtschaftliche Verkehr am Pucher Weg müsse gesichert bleiben.
„Insgesamt kann es wirklich nur schöner werden“, resümierte eine Aicher Bürgerin.
Wie es weitergeht
Die Anregungen fließen nun in die weitere Planung ein. In zwei bis drei Monaten ist ein weiterer Bürgerinformationstermin geplant, bei dem erste Ergebnisse präsentiert werden. Nach Beschluss der finalen Rahmenplanung in den politischen Gremien folgt die Durchführung der formellen Bauleitplanung für beide Grundstücke. Diese könnte bis Ende 2027 abgeschlossen sein und ein Baubeginn auf der städtischen Fläche etwa 2029 erfolgen.